Rundkurs nach Moryń und Siekierki

Der Name sagt es, einen Rundkurs kann man beliebig beginnen und beenden. Den 43 km langen Rundkurs  radele ich entgegen dem Urzeigersinn zunächst von Stare Łysogórki (früher Alt Lietzegöricke) durch das bewaldete Tal der Slubia nach Moryń (früher Mohrin) . Das ist in der ersten Hälfte sehr schön und später ein Fichten bewachsener Wirtschaftswald.

Moryń ist gut 750 Jahre alt. Über die Gründung ist nichts bekannt, die Stadt war kurzfristig wirtschaftlich bedeutsam und später von Ackerbürgern bewohnt. Der vor der Stadt liegende Mohriner See ist einer der tiefsten der Pommerschen Seenplatte.

Zum kurzen Einkehren gibt es nur zwei  Möglichkeiten, bei der Kirche in Moryń ein Eiscafé und nicht immer geöffnet bei km 31.5 im alten Bahnhof von Żelichów Kolonia (Dürrenselchow) ein Radlercafé.

Zur Oder zurück geht es auf dem gut ausgebauten Oderbahnradweg der früheren Wriezener Bahn nach Chojna. Es handelt sich hier um den wirklich gut ausgebauten Radweg 20 Pl (Trasa Pojezierzy Zachodnich), er führt von der Grenze zu Deutschland 337 km weit nach Miastko (Rummelsburg in Pommern).
Ich radle in die entgegensetzte Richtung zur Oder durch die sehr einprägsame Landschaft einer kuppigen Grundmoräne, die im weiteren Verlauf dann wellenförmig sich darstellt, und den Toteislöchern, denSölln. Wenn die Eismassen der Kaltzeit über die Moränen früherer Kaltzeiten geglitten waren, entstanden dann beim Abtauen derartige Formen.

Zum Schluss geht es über die Oder zurück, die schönste Grenze, die ich je überschritten habe: die Europabrücke Neurüdnitz-Siekierki. Die frühere Eisenbahnbrücke ist nunmehr für Fußgänger – bitte vorsichtig und nicht zu schnell radeln – und Radfahrer(inne)n restauriert worden. Auf der polnischen Seite stehen viele Sitzgelegenheiten und in aller Ruhe kann man die Wasservögel beobachten oder auch einfach nur schauen und träumen.