Fahrrad im Zug

Das Elend der Bahn ist, genauer gesagt des staatlichen Unternehmens „Deutsche Bahn“, dass ihre größten Freunde ihre größten Kritiker sind und von denen die Radler in der ersten Reihe stehen. – Und all das meiner Meinung nach auch zu Recht.

Was soll man von einem Unternehmen erwarten, das auf Bahnsteigen mit zwei Fahrstühlen beide über mehrere Wochen außer Betrieb hat, oder, das behindertengerecht ausbaut, wie z.B. in Brandenburg a.H., und ich dann älteren Damen helfen musste, ihre Fahrräder in den Fahrstuhl zu schieben, weil diese senkrecht zu transportieren sind, der nigelnagelneue Fahrstuhl ist zu klein. Dass  85% der Bahnreisenden im Regionalverkehr unterwegs sind, ist bekannt, aber offenkundig wenig würdigenswert, sie gehören zu den Aschenputteln des Bahnmanagements.

Aber, was soll’s, es ist halt so und damit müssen wir leben, noch ein paar Tipps:

  1. Während des Berufsverkehrs und am Wochenende sind die Züge oft recht voll. Wenn ich dann z.B. über Gesundbrunnen mit dem Regionalzug fahren will, steige ich nicht im Hauptbahnhof oder bei meinem Bahnhof Potsdamer Platz, sondern bereits am Südkreuz ein, wo der Zug noch nicht so voll ist.
  2. Sonntagabend möglichst den vorletzten Zug zur Heimfahrt nutzen, man weiß ja nie.
  3. Wer auf dem Bahnsteig seine Fahrkarten kaufen will, sollte Zeit einplanen, da ist manchmal ein ziemliches Gedrängel. Die „menugestützte“ Bedienung auf dem Touchscreen des Automaten hat es ja auch in sich, ist von Automatentyp zu Automatentyp unterschiedlich und wenig augereift.
  4. Es lohnt sich, in die nicht immer übersichtlichen Preislisten zu schauen.
    Derzeit lohnt sich z.B. für das Fahrrad eine Tageskarte, wenn man zweimal fahren will, für Menschen lohnt sich das erst, wenn man dreimal am Tag den Zug benutzt. Bei 6 Fahrten innerhalb von 30 Tagen lohnt sich eine Monatskarte für das Fahrrad. Fährt man zu dritt, lohnt sich oft das Brandenburg-Berlin-Ticket, bei langen Strecken sogar zu zweit. An einigen Punkten gilt diese Karte über die Landesgrenze hinaus, s. Netzplan.
    Behinderte mit einem „G“ oder „aG“ im Ausweis können ihr Rad umsonst mitnehmen, was leider bei der Kontrolle oft bestritten wird.
    Und Besitzer einer BahnCard können diese auch für sich, aber nicht für das Fahrrad benutzen.
  5. Bei den Gruppenkarten lohnt sich meist das „Brandenburg-Berlin-Ticket“ für bis zu 5 Personen; die Kleingruppenkarte ist im Stadtlinienverkehr sowie bei den Regional-Tarifstufen ggf. günstiger.
  6. SEV: oh Graus. Selbst bei langfristiger Planung, in jedem Fall kurzfristig prüfen, ob die Züge wirklich fahren. Frühzeitig angekündigte Baustellen werden um Monate verschoben, manche Baustellen dauern Jahre! Beim SEV bin ich nur einmal spät abends in Brandenburg mit dem Fahrrad mitgenommen worden, in Schleswig-Holstein habe ich das als Selbstverständlichkeit kennengelernt.
  7. Mitreisende ohne Rad oder Kinderwagen bitten, möglichst nicht im Fahrradabteil zu sitzen.
  8. Wenn es im Fahrradabteil eng wird, bitte die Satteltaschen abnehmen, dann passen viel mehr Räder hinein.
  9. Sinnvoll ist es, einen Spanngurt mitzunehmen, mit dem im Waggon das Rad fixiert werden kann.